Losnarbigkeit


Losnarbigkeit beschreibt eine gestörte Hautstruktur, die bei Rindsleder vorkommt. Die obere Narbenschicht ist unregelmäßig dick und nicht fest mit der darunterliegenden Faserschicht verbunden. Durch diese Trennung bilden sich Hohlräume zwischen den Schichten, die Hautoberfläche wirkt "lose", schwammig und bildet beim Knicken oder Belasten Falten.

Es handelt sich um einen Hautfehler, der sich schon am lebenden Tier entwickelt. Er wird häufig bedingt durch stark fetthaltige Ernährung der Tiere. Auch die Tierrasse spielt eine Rolle, manche Rassen sind anfälliger für eine schwächere Faserstruktur.

Folgende Fehler in der Gerberei können Losnarbigkeit begünstigen:
Eine Unterbrechung der Rohhautkühlung führt zu Bakterienwachstum, was das Hautgefüge zersetzen kann. Auch übermäßiges "Aufschließen" durch Aufquellen der Häute in der Wasserwerkstatt kann zu einer Lockerung der Hautstruktur führen.

Losnarbigkeit ist ein Qualitätsfehler. Das Leder ist weniger fest und haltbar, was besonders bei Möbeln oder Autositzen (auf Sitzflächen) zu Problemen führt. Deshalb werden losnarbige Häute bereits in der Produktion aussortiert. 




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