Die Weißgerbung ist ein altes Gerbverfahren und wird meist für Felle eingesetzt. Gegerbt wird mit Alaun (Aluminiumsulfat) und Kochsalz. Das Ergebnis ist ein extrem weiches und weißes Leder, das besonders für Pelzfelle und empfindliche Lederarten wie Glacéleder verwendet wird. Daher auch der Name Weißgerbung, eben weil die Lederseite bei dieser Gerbart weiß wird.
Im chemischen Sinne handelt es sich nicht um eine permanente Gerbung, da das Aluminium nicht fest an die Lederfasern gebunden wird. Die Gerbstoffe können durch Wasser aus dem Fell ausgespült werden (unechte Gerbung). Alaunleder sollte also nicht nass werden, da es sonst hart und brüchig wird. Aus diesem Grund werden mit diesem Gerbverfahren hauptsächlich Felle zu Dekorationszwecken gegerbt. Die Alaungerbung tauch heutzutage noch am häufigsten bei Lamm- und Schaffellen auf.
Was ist Glacé?
Die französische Weißgerbung oder Glacé-Gerbung (franz. glace = vereist, glasiert, weiß) ist eine spezielle Art der Weißgerbung. Dem Alaun und Kochsalz wurden zusätzlich noch Eigelb, Weizenmehl, Fette und Wasser zugegeben. Mit diesem Verfahren wurden traditionell vor allem Zickelleder (Jungziegenleder) hergestellt. Meist wurden daraus Glacé-Handschuhe gefertigt.
Glacé-Handschuhe gehörten für Damen von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts unverzichtbar zur Tagesbekleidung außer Haus. Auch von Herren wurden sie zum Frack oder Smoking getragen.
Sie sind heutzutage selten geworden, werden aber noch von Hotelportiers und -pagen in Grandhotels oder bei edlen Bällen wie dem Wiener Opernball getragen.