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Hirngerbung
Die Hirngerbung ist eine Art Fettgerbung, bei der die tiereigene Hirnmasse verwendet wird, um die Tierhäuten zu gerben. Die nordamerikanischen Ureinwohnern gerbten Tierhäute mit diesem Verfahren. Deshalb wurde dieses Leder auch "Indianerleder" genannt. Auch die Zulus in Afrika, die Sami in Skandinavien und die verschiedene Völker Asiens kannten dieses Gerbverfahren.
Mit Ankunft der ersten europäischen Siedler verbreitete sich die pflanzliche Gerbung zunehmend in Nordamerika. Trotzdem wurde Hirngerbung von einigen indigenen Völkern weiterhin praktiziert, da es eine bewährte Methode war. Das Hirn des getöteten Tieres konnte direkt mit verwertet werden. Das entsprach auch dem indigenen Verständnis von Respekt gegenüber dem Tier.
Die Gerbung mit Hirn geht relativ schnell, sie dauert nur wenige Tage. Auch der technische Aufwand ist gering, und die Leder sind leicht weich zu machen. Der Arbeitsaufwand hingegen ist erheblich, da die Hirnmasse sehr sorgfältig in die Lederfaser eingebracht werden muss.
Wie funktioniert Hirngerbung?
Zuerst muss die Hautschicht der Haarseite sowie die Fett- und Fleischreste der Rückseite sorgfältig entfernt werden, damit das Hirn gut in die Fasern eindringen kann. Das Gehirn wird gekocht und dann in kleinen Portionen auf die Rohhaut aufgetragen. Dann muss es mit einem runden, stumpfen Gegenstand sehr kräftig in die Haut einmassiert werden. Nach dem Einreiben wird auch das Kochwasser des Gehirns auf diese Weise in das Leder aufgetragen, um den Gerbstoff noch besser zu verteilen. Die Gehirnmasse löst das hauteigene Fett in der Tierhaut und bewirkt gleichzeitig eine äußerliche Fettung sowie einen Fülleffekt. Nach diesem Vorgang wird das Leder zusätzlich mit Holzrauch konserviert. Das macht das Leder weich und wasserabweisend und schützt außerdem vor Ungeziefer.