Additive
Bei der Zurichtung von pigmentiertem Leder wird das Leder mit Pigmentfarbe und einem schützenden Topcoat (Finish/Top Finish) versehen. Dieses pigmentierte Lederfinish verwendet typischerweise Polyurethan-, Acryl- oder proteinbasierte Polymersysteme als Grundlage. Sie verleihen der Beschichtung filmbildende Eigenschaften, die eine Schutzbarriere auf der Lederoberfläche bilden.
Je nach Anwendungsbereich werden weitere Bindemittel und Additive beigemischt, um die gewünschten Eigenschaften des Leders zu erreichen. Deckkraft der Farbe, Haftung, Griff, Glanz und Haltbarkeit des Leders werden mit ihnen gesteuert. Automobilleder muss z.B. sehr abriebfest sein, Bekleidungsleder hingegen weich.
Folgende Additive gibt es:
- Bindemittel
fixieren die Pigmente auf der Lederoberfläche. - Konservierungsmittel
schützen die Farbformulierungen vor mikrobiellem Befall. - Griffmittel
sie regulieren Flexibilität, Weichheit und Haptik (z.B. weich, fest, rutschig, stumpf) des Leders und bestehen aus Wachsen, Silikonölen oder spezielle Polymeren. - Vernetzer (Crosslinkers)
erhöhen die Haftung, Abriebfestigkeit und Wasserfestigkeit des Finishs. Sie reagieren mit den Bindemitteln und bilden eine widerstandsfähigere Oberfläche. - Netz- und Verlaufsmitel
dienen der gleichmäßigen Verteilung von Farbe und Top Coat, verhindern Fleckenbildung und sorgen für ein ebenmäßiges Auftragsbild. - Entschäumer (Defoamers)
verhindern Schaumbildung während des Misch- und Auftragsprozesses. - Mattierungsmittel
zur Einstellung des Glanzgrades, meist aus Siliciumdioxid (Kieselsäure) oder ähnlichen Komponenten. Sie brechen das Licht einfallende Licht auf der Lederoberfläche. - UV-Stabilisatoren
schützen das Leder vor Ausbleichen durch Sonnenlicht.