Enthaarung, Enthaaren
Leder kann mit oder ohne Haare nutzbar gemacht werden. Bei Pelz und Fell bleibt die natürliche Behaarung erhalten. Ein Großteil der Häute wird in der Gerberei enthaart, da Leder ohne Haare weit mehr nachgefragt wird (z.B. für Schuhe, Gürtel, Auto- und Möbelleder).
Das Enthaaren findet im Arbeitsschritt des Äscherns statt. Im Äscher werden Haare, Oberhaut und vorhandene Fleisch- und Fettreste gelockert und gelöst.
Man unterscheidet zwei Verfahren zur Entfernung der Haare von der Haut. Das eingesetzte Verfahren hängt von der gewünschten Lederoberfläche nach der Gerbung ab. Je nach Enthaarungsart mit oder ohne Erhalt der Haare ergeben sich abweichende Ergebnisse im Narbenbild des Leders.
- Mechanisches Enthaaren:
Die Haare werden von der Haut gelöst, aber belassen. Die vorher angelösten Haare werden durch mechanische Kräfte von der Haut getrennt. - Chemisches Verfahren (Auflösen der Haare):
Die Haare werden durch chemische Auflösung vollständig von der Haut entfernt. Die Auflösung findet mit chemischen Substanzen wie z.B. Kalk oder Natronlauge statt. Sie dringen in die Haarstruktur ein und lösen die Proteine auf, aus denen die Haare bestehen.
Die Haare, die beim Enthaaren erhalten bleiben, können gesammelt, gereinigt und weiter verwertet werden.
Was kann aus diesen Haaren hergestellt werden?
- Verarbeitung zu Bürsten, Pinseln, Besen oder Polstermaterial. Je nach Tierart und Qualität der Haare können sie auch für die Herstellung von Textilien wie Filz oder Teppichen verwendet werden.
- Aus Tierhaar kann Düngemittel hergestellt werden. Das Haar enthält Stickstoff und andere Nährstoffe, die förderlich für die Fruchtbarkeit des Bodens und das Pflanzenwachstum sind.
- Die Haare werden zu Tierfutter verarbeitet. Die Haare werden speziell behandelt, um sie verzehrbar zu machen und einen Nährwert für die Tiere zu bieten.
Die wirtschaftliche Nutzung der Haare hängt stark von der Tierart, der Qualität der Haare und den örtlichen Marktbedingungen ab.