Ausgebleichtes rotes Ledersofa

Lichtechtheit

Ausbleichen


Ausbleichen ist eines der größten und häufigsten Probleme bei Leder und geschieht hauptsächlich durch Lichteinstrahlung. Direkte Sonneneinstrahlung (insbesondere UV-Strahlung), sowie Hitze, Wärme von Heizkörpern oder Fußbodenheizungen können das Leder schädigen. Speziell Anilinleder und Rauleder sind anfällig dafür, den ursprünglichen Farbton zu verlieren, pigmentierte Leder sind weniger gefährdet.

Die Lichtechtheit von Leder, also wie widerstandsfähig es gegen UV-Strahlung ist, ist aber nicht abhängig vom Leder an sich, sondern von der Farbe. Nicht alle Farbstoffe sind gleich stark vom Ausbleichen betroffen. Zwei gleiche Farbtöne verschiedener Hersteller können komplett unterschiedlich auf Licht ragieren.

Eine höhere Farbschicht auf dem Leder führt in der Regel zu einer verbesserten Lichtechtheit. Allerdings kann eine intensive Farbauftragung die Haptik des Leders beeinträchtigen. Durchgefärbte Leder in einem einheitlichen Ton sind weniger anfällig für das Ausbleichen. Der Einsatz von UV-Schutzlacken kann das Ausbleichverhalten zusätzlich optimieren.

Sonnenlicht führt dazu, dass die Farbstoffe im Anilinleder oder die Pigmente auf dem zugerichteten Leder ausbleichen. Bei ungefärbtem, pflanzlich gegerbtem Leder ist das Gegenteil der Fall - das Leder dunkelt durch Lichteinwirkung nach. Es kann allerdings mit der Zeit auch wieder verblassen. Vermutlich steht dieser Effekt im Zusammenhang mit der Fettung des Leders. Das Nachdunkeln bei pflanzlich gegerbtem Leder gilt als erwünschte Patina und gehört zur natürlichen Alterung dieses Leders. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass diese Patina gleichmäßig entsteht und nicht durch ungleichmäßige Lichtverhältnisse oder lokale Verschmutzungen unschön beeinflusst wird.


Bestimmung von Lichtechtheit:

Blaue Wollskala und Tabelle der Ausbleichungsgrade
01

Blaumaßstab /
Blauer Wollstandard

Die Bewertung der Lichtechtheit von Leder erfolgt nach dem Blaumaßstab, einem Verfahren, das auch in der Textilindustrie eingesetzt wird. Dabei werden acht blaue Wollstreifen mit absteigenden Lichtechtheitsgraden zusammen mit einer Probe des Leders einem UV-Licht ausgesetzt. Zuvor werden Teile der Probe und Teile der Wollstreifen abgedeckt. Sobald der lichtbeständigste Wollstreifen eine leichte Ausbleichung zeigt, wird ein Vergleich vorgenommen: Die Lichtechtheitsstufe der Probe entspricht jener Stufe, die bei dem Wollstreifen mit ähnlicher Ausbleichung beobachtet wurde. Für die Bewertung der Lichtechtheit wurden die Grade siehe Tabelle festgelegt.

Für Leder gilt:

Leder wird bereits ab Grad 6 als lichtecht bezeichnet, da es schneller als Textilien ausbleicht. Bei Anilinleder wird von den Herstellern mindestens Grad 3 oder auch Grad 4 angestrebt.

02

Xenon-Test

Eine weitere Methode zur Bestimmung der Lichtechtheit ist der Xenon-Test, auch bekannt als Xenon-Bogen-Test. Hier wird im Labor mit einem speziellen Gerät versucht, Sonnenlicht zu simulieren. Der Xenon-Test verwendet das gesamte Spektrum des Sonnenlichts und simuliert sowohl UVA und UVB, als auch sichtbares Licht mit einer Xenon-Lampe.

nach oben

In 3 Schritten zum richtigen Produkt!

Treffen Sie Ihre Auswahl:

Bitte treffen Sie eine genauere Auswahl, damit wir Ihnen die passenden Produkte empfehlen können.