Bindemittel
Bei der Zurichtung wird das Leder pigmentiert, also mit einer Schicht aus Pigmentfarbe versehen. Da Farbpigmente von sich aus keine Verbindung zum Leder eingehen, müssen sie durch Bindemittel auf der Oberfläche fixiert werden. Die Bindemittel gewährleisten eine gute Haftung und eine gleichmäßige Farbe. Außerdem haben die Bindemittel (Additive) auch noch weitere Funktionen: Sie verbinden sich mit dem Leder, bilden eine schützende Schicht und machen das Leder unempfindlicher gegen Flecken und Sonneneinstrahlung.
Was für Bindemittel gibt es?
- Acryl-Bindemittel sind weit verbreitet, da sie wasserbasiert, elastisch und nach dem Aushärten widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung sind.
- Polyurethan (PU)-Bindemittel werden oft in der industriellen Zurichtung und für hochwertige Reparaturen verwendet, da sie flexibel und strapazierfähig sind und eine sehr hohe Abriebfestigkeit und einen angenehmen Griff bieten.
- Proteinbasierte Bindemittel wie Casein oder eiweißhaltige Leime (z. B. Körnerhautleim) sind die erste Wahl für hochglänzende Oberflächen. Sie sind thermoplastisch und reagieren auf Druck und Hitze. Das ermöglicht das sogenannte "Glanzstoßen", bei dem das Leder durch mechanische Reibung einen tiefen Glanz erhält.
- Cellulose-Bindemittel (z. B. Tylose oder Klucel) werden in Kombination mit anderen Hilfsstoffen als Bindemittel eingesetzt.